Hans Huber-Sulzemoos

Ein Maler deutschen Gemütes – ein feinsinniger Madonnenmaler

21.03.1873 in Sulzemoos   07.03.1951 in München

Das Elternhaus von Hans Huber-Sulzemoos stand in Sulzemoos, Hausnummer 14, wo er am 21. März 1873 geboren wurde. In dankbarer Erinnerung an die Stätte seiner Kindheit nahm er später den Namen des Dorfes Sulzemoos zu seinem Namen hinzu. Sein Vater, Martin Huber aus Hattenhofen und seine Mutter Theresia, geborene Parl, eine uneheliche Tochter der Monika Parl und des Anton Piringer, genannt Schachermüller-Toni, besaßen in Sulzemoos, dem Geburtsort der Mutter, einen stattlichen Hof mit Land- und Gastwirtschaft (heute Gasthaus Baumgartner, Hauptstraße 23). Doch all dies rege Leben sollte durch den unerwarteten frühen Tod des erst 36jährigen Martin Huber, der einen Herzschlag erlitt, ein baldiges Ende haben. Erst drei Jahre alt war der kleine Hans - man schrieb das Jahr 1876 - als die Mutter aus gesundheitlichen Gründen das Anwesen in Sulzemoos verkauften musste. Sie zog mit ihren drei Kindern nach Fürstenfeldbruck Bald kam Hubers große Natur-liebe zum Vorschein und er interessierte sich für Blumen, Käfer und Schmetterlinge. Zeichnen und Malen wurde seine Lieblingsbeschäftigung. Nach Übersiedlung in die Landeshauptstadt München (1887) wandte sich Hans Huber-Sulzemoos leidenschaftlich der Malerei zu. Er kam als Lehrling in die Glasmalerei der Mayer´schen Hofkunstanstalt. 1887 porträtierte er bereits seine Mutter. 1888 trat Maler Huber-Sulzemoos in die zentrale Zeichenklasse ein und ab 1891 besuchte er die private Malschule des originellen Anton Azbe in München, zu dessen Schülern auch Kandinsky, Jawlenksy und andere gehörten. Im Jahre 1892 wurde der junge Künstler an der Tiroler Glasmalerei in Innsbruck angestellt und ab 1893 an der Glasmalerei Weissenrieder in Speyer am Rhein. Dort lernte er seine spätere Frau Elisabeth kennen und heiratete sie im Jahre 1897. Aus der Ehe gingen fünf Buben hervor. Bereits im Jahre 1929 verstirbt die Gattin des Künstler an Lungenentzündung all zu früh. Während eines Aufenthalts in Innsbruck lernte Huber-Sulzemoos die Brüder Schiestl kennen und eine innige Freundschaft entstand. Gemeinschaftlich unternahm er mit Matthäus Schiestl Reisen durch Deutschland, Italien und England, wo sie nach interessanten Landschaften, alten Kapellen und Bildwerken alter Meister suchten. Der Kunstmaler besaß eine sehr schöne Schmetterlingssammlung mit vielen exotischen Exemplaren, deren Farbenpracht sein Malerauge begeisterte. Er war ein Freund der Vögel, denen er oft auf seinen Bildern ein Denkmal der Liebe setzte. Huber-Sulzemoos hatte neben überwiegend religiösen Bildern auch eine große Anzahl entzückender Blumenbilder, besonders Rosen, gemalt. Das ganze Schaffen des Künstlers war von einem stark ausgeprägten Gemüt bestimmt. Sei es ein Stillleben oder Blumenstock, eine Landschaft, ein Kinderkopf oder ein Heiligenbild, immer lag dieselbe feine Geistigkeit eines wundersamen Gemütes drin. Maler Huber-Sulzemoos schaffte auch ein Altarbild (Hl. Familie; Triptychon, 1915) in der katholischen Pfarrkirche zu Köln-Zollstock, sowie ein Herz Jesus-Altarbild (1916) in der katholischen Pfarrkirche zu Köln-Sülz. Ab 1914 waren Werke des Kunstmalers auch im Münchner Glaspalast vertreten, wo dann später viele seiner bedeutenden Werke verbrannten. Anfang der 20er Jahre illustrierte Hans Huber-Sulzemoos eine von Dr. Michael Buchberger in den katholischen Schulen Bayerns eingeführte Bibel mit über 1 Million Gesamtauflage. Am 7. März 1951 verstarb Kunstmaler Huber-Sulzemoos in München-Obermenzing und fand im Friedhof an der Bergsonstraße seine letzte Ruhestätte. Das Grab wird heute von der Landeshauptstadt München gepflegt.

"Mutterfreude" (um 1920) "Mutter mit Kind" (pinx. 1924)

 

Die Grabstätte von Kunstmaler Hans Huber-Sulzemoos liegt im Friedhof München-Obermenzing, Bergsonstraße 34. Grablage: 18-W-2. Marterl aus Tuffstein gehauen. Das Madonnenbild, auf einer Kupferplatte gemalt, schuf der Künstler selbst anlässlich des Todes seiner Ehefrau Elisabeth Huber-Sulzemoos im Jahre 1929. Man sagt, er schuf das Bild nach den Gesichtszügen seiner Gattin.